BMW zeigt sich wieder sportlicher

BMW zeigt sich wieder sportlicher

Seit Jahren hat BMW keinen Sportwagen mehr im Programm. Der M1, das war der Super-Sportwagen hergestellt von 1978 bis 1981 von BMW, steht heute fast ausschließlich in privaten Sammlungen oder im Museum. Der i8 mit seinem Hybrid-Motor ist vielen nicht sportlich genug. Beim 6er handelt es sich eher um einen Gran Turismo als um einen Sportwagen und der in China erhältliche Z4 ist eigentlich zu leicht für einen Sportwagen. Nun soll der 8er BMW es wieder richten und den Konkurrenzkampf mit dem Porsche 911 aufnehmen.

BMW poliert sein Sportwagen-Image auf

BMW stellt einen der traditionsreichsten Autohersteller Deutschlands dar. Bereits weit über hundert Jahre ist der Autohersteller erfolgreich. Im Technikmuseum Sinsheim gibt es von BMW immer wieder Sonderausstellungen, wie beispielsweise mit dem Nachkriegssonderfahrzeug "Brutus" mit 750 PS. Heute freuen sich die Fans von BMW auf eine neue Sportwagen-Ära. Nachdem sich die Fans von BMW schon einmal mit dem Rennwagen M8 GTE vertraut machen konnten, gab es zunächst kein Modell für die Straßenzulassung. Das sollte sich im November 2018 ändern: Der 8er BMW kam als Serienmodell zu den Händlern. Das Coupé befindet sich bereits auf dem Markt, das Cabrio soll im nächsten Jahr folgen. Der M850i verfügt über einen V8-Benzinmotor mit 530 PS, dazu gibt es den 840d mit einem 320 PS starken Sechszylinder-Dieselmotor. Wer sich ein solches Auto kauft, fragt nicht nach der Versicherungsprämie. Dennoch ist für die Zulassung selbstverständlich eine eVB-Nummer notwendig, die es generell kostenlos von der Versicherung gibt. Anders verhält es sich allerdings in Bezug auf ein möglicherweise notwendiges Kurzzeitkennzeichen: In diesem Fall kostet eine eVB-Nummer zwischen 30 bis 40 Euro. Versicherung rechnen dabei pauschal ab und gewähren einen Schutz für fünf Tage - ohne, dass eine Voll- oder Folgeversicherung vereinbart wird.

Skandalfrei bei den Dieselabgasen

Neben Coupé und Cabriolet soll es auch ein Gran Coupé geben, einen Viertürer, auf den BMW nicht verzichten möchte. Der 6er Gran Coupé war einst ein attraktives Auto. Dieser soll mit Notsitzen ziemlich familientauglich werden. Die direkten Konkurrenten Martin Aston Porsche und Aston Martin, beispielsweise der Aston Martin V8 Vantage, haben bei ihren Sportwagen keine gestreckte Variante. Einen Dieselmotor gibt es bei der Konkurrenz ebenfalls nicht. Der M840d ist zwar mit einem Drei-Liter-Dieselmotor und 320 PS nicht sehr sportwagenmäßig, vielmehr soll er eher Ausdruck dafür sein, dass sich BMW bislang aus den Dieselabgasskandalen herausgehalten hat. Laut einem Bericht der Deutschen Welle konnte die Staatsanwaltschaft München bei ihren Ermittlungen keine Hinweise auf Verfehlungen des BMW-Konzerns finden.

Keine großen Design-Überraschungen mehr

Beim Design erfolgen im Gegensatz zur Einführung des 7er im Jahr 2001 keine radikalen Veränderungen. Das Konzept des Designers van Hooydonk soll einen fließenden Übergang erzeugen und mit jedem Modell nur eine gravierende Veränderung bringen. Das neue Design soll am Ende von Kühle geprägt sein. So zeigt sich der Innenraum des 8er sehr technoid und wenig heimelig: Beispielsweise ist der Gangwahlhebel etwas kleiner und kein Handschmeichler mehr.

So fährt er sich - der 8er BMW

Das Coupé sprintet wie ein echter Sportwagen von 0 auf 100 km/h in gerade einmal 3,7 Sekunden bei Vollgas. Aufgrund der Selbstverpflichtung gilt für alle BMWs eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Der 8er hat wirklich das Zeug zum Rennwagen. Das Auto ist knapp fünf Meter lang und fast zwei Tonnen schwer und saugt sich dennoch am Asphalt fest, um dann durch Kurven zu schneiden. Wann immer es möglich ist, gibt der Allradantrieb der Hinterachse den Vorzug. Dafür sorgen ein elektronisch geregeltes Sperrdifferenzial im Heck des Fahrzeugs, eine Allradlenkung sowie die sehr präzise, direkte Fahrzeugführung. Der 8er ist dabei fast so handlich auf der Landstraße wie der 4er, allerdings hat er doppelt so viel Kraft. Er kommt ab genau 100.000 Euro auf den Markt. Der M850i kostet 125.700 Euro und ist seit Jahrzehnten das erste Auto von BMW, das es mit einem 911er Porsche oder einem AMG GT aufnehmen kann. Es ist noch immer kein waschechter Sportwagen, aber viel mehr als BMW bislang auf diesem Sektor zu bieten hatte.
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[ar] Foto: © Toby Parsons via Pixabay (CC0)


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