TVR Speed Twelve
Der Engländer an sich steht desöfteren in einem Vorwurf, er wäre in seiner Natur zu kühl, aber auch wiederrum gleichsam elegant. Nun, auf einige Automobile der britischen Autoindustrie mag dies vielleicht zutreffen, aber keinesfalls auf den TVR Speed Twelve. Elegant ist dieser Wagen ohne Frage, aber von kühl kann hier keine Spur sein, das genaue Gegenteil ist hier der Fall. Richtig kriminell wird es aber erst, wenn man das Gaspedal im sechsten Gang bis zum Anschlag durchdrückt wird und der heiße Engländer mit brachialer Gewalt die 300 km/h Grenze durchbricht und sich auf den Weg macht zu einer fabelhaften Endgeschwindigkeit von 390 km/h. Vorrausgesetzt, man findet überhaupt eine geeignete Strecke für diese außerirdischen Geschwindigkeiten, die der Speed-Freund sonst nur aus der Formel-1 kennt. Wer gedenkt, sich so ein Auto anzuschaffen, der sollte natürlich vorher nicht nur das Scheckbuch ordentlich glatt bügeln, sondern sich auch dessen bewusst sein, dass mit diesem Wagen kein Umzug oder Urlaub stattfinden kann. Denn für Gepäck ist in solch einem TVR Speed Twelve kein Platz. Hier wird auf Bequemlichkeit wenig Rücksicht genommen. Der gesamte Wagen ist darauf ausgerichtet, Speed zu geben. Nicht umsonst heißt der TVR auch so. Demzufolge ist die Straßenlage natürlich nicht nur als sportlich einzustufen, sondern durchaus als renntauglich, was sich nicht gerade positiv auf die Bequemlichkeit auswirkt. Aber wer braucht schon Bequemlichkeit oder gar sanfte Federn, wenn er dafür auf einer Kanonenkugel wie dem TVR Speed Twelve reiten kann. Weiche Federn gibt es dafür erst auf der Matraze am Abend, nach dem Geschwindigkeitsrausch auf der Rennstrecke oder aber auf einigen der wenigen Teilen der deutschen Autobahnen, wo man vielleicht etwas im mittleren Bereich des Potentials des Speed Twelve fahren kann. |
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