Mit gutem Grund, denn die Sonderbereiche konnten sich sehen lassen. Dicht belagert war beispielsweise die Ausstellung der „Grandes Routières“ über die großen Reisecoupés des Allgemeinen Schnauferl Clubs. Oder die Halle der 13 anerkannten Mercedes-Benz-Clubs, die mit ihrem neuen Motto „Leidenschaft mit Tradition“ und den dazu passenden Modellen auf großes Interesse stieß. Viele Oldtimer-Liebhaber besuchten den ausgedehnten Zweirad-Bereich in Halle 4.0, in dem die Bandbreite an Motorrädern von den Ursprüngen Anfang des 20. Jahrhunderts bis hin zu aktuellen und historischen Modellen der Marken Wanderer, Heinkel, Agusta oder Harley-Davidson gezeigt wurde. Publikumsmagneten waren die Länder-Hallen Frankreich mit dem renommierten Museum Schlumpf (Mühlhausen), Italien und England (Museum Beaulieu) sowie die Rennsporthalle unter dem Motto „Solitude Revival“. Auch die „Auwärter-Halle“, in der sich die schönsten Oldtimer-Busse der vergangenen 80 Jahre ein Stelldichein gaben, wurde hervorragend angenommen ebenso wie die Halle 9 der „schweren Jungs“, also historische Lkw-Züge und Kipplaster. Ein wichtiger Bestandteil der Retro Classics ist der dreitägige Ersatzteil- und Zubehörmarkt, den viele Bastler und „Schrauber“ zum Stöbern und Kaufen nutzten.
Einmalig, so die Äußerungen vieler Aussteller, sei das Publikum der Retro Classics, das sich durch hohe Sachkunde und ausgeprägtes Fachwissen auszeichnete. Erste Auswertungen der Umfrageergebnisse bestätigen dies. So hat sich der Anteil der Fachbesucher, die aus beruflichen oder geschäftlichen Gründen auf die Messe kamen, auf elf Prozent (2005: neun Prozent) erhöht. Auch das Interesse im benachbarten Ausland hat nicht nachgelassen. Im Gegenteil: Fast 50 Prozent der ausländischen Besucher stammten aus der Schweiz, weitere 38 Prozent reisten aus Österreich nach Stuttgart. Auch aus Frankreich, Tschechien, Italien, Luxemburg, Finnland oder Spanien waren Gruppen, Journalisten und Verbandsvertreter auf der Messe unterwegs.
Auf dem Grundstein für die Retro Classics, der im Jahr 2001 gesetzt worden war, sagte Messechef Bleinroth, könne dank der positiven Resonanz von Ausstellern und des Besucherandrangs aufgebaut werden. Ulrich Herrmann, Organisator der Retro Classics, sah dies genau so und ergänzte: „Die Retro Classics hat sich in den Köpfen von Fans und Oldtimer begeisterten Menschen als Pflichttermin festgesetzt und wird sich unablässig zu dem zentralen Treffpunkt für alle Oldtimer-Events in Süddeutschland entwickeln. Außerdem nimmt ihre Akzeptanz im benachbarten Ausland immer mehr zu, so dass wir uns auch international gesehen auf einem ausgezeichneten Weg befinden.“ Die Kombination aus Tradition, Mythos Auto und einer passenden Auswahl an Neufahrzeugen, die auf diese Weise die Entwicklung einer Marke dokumentierten, sei vom Publikum gut angenommen worden. Mit den beiden neuen Schwerpunkten – „Youngtimer“ und „Neo Classics“ (moderne Klassiker) – die im Rahmen der Retro Classics auf der Neuen Messe Stuttgart ab 2008 realisiert werden sollen, werde das Besucherspektrum deutlich erweitert werden.
Der offensichtliche Bedarf der Stuttgarter Oldtimer-Messe spiegelt sich in der Herkunft ihrer Besucher wider. 24 Prozent der befragten Messegäste (2005: 19 Prozent) stammte nicht aus dem Raum Stuttgart, sondern kam aus einem Umkreis von mehr als 100 Kilometer auf den Killesberg, sechs Prozent nahmen sogar eine Anreise von mehr als 300 Kilometer auf sich. Ihre Wohnorte befinden sich neben Baden-Württemberg in Bayern, Rheinland-Pfalz und Hessen, wobei nahezu jeder zwölfte Besucher aus Bayern kam (2005: 6 Prozent). Die Bereiche Oldtimer, Youngtimer, Restauration und Zubehör standen dabei im Mittelpunkt des Besucherinteresses. Rund zwei Drittel der Besucher sind wirtschaftlich gesehen im besten Alter zwischen 30 und 60 Jahren, wobei ein Drittel aller Besucher zum ersten Mal auf der Retro Classics war. Und 34 Prozent der Besucher schauen sich ausschließlich die Retro Classics in Stuttgart an.
Ausschlaggebend für ihren Besuch war bei 51 Prozent der Befragten der Oldtimerbereich, aber bereits jeder fünfte Besucher kam hauptsächlich wegen der ausgestellten Youngtimer zur Retro Classics. 73 Prozent der befragten Besucher würden sich im übrigen auch eine reine Youngtimer-Messe anschauen. „Das bestätigt glasklar unser Vorhaben, eine eigene Youngtimer-Ausstellung nach dem Umzug auf das neue Messegelände am Flughafen im Jahr 2008 vorzubereiten“, freute sich Organisator Ulrich Herrmann auf die neue Herausforderung.
Das werden die Aussteller der Retro Classics mit Freude vernehmen, zumal die Stimmung unter ihnen ausgezeichnet war. Mit Anzahl und Qualität der Besucher waren je 89 Prozent zufrieden, 86 Prozent der befragten Aussteller rechneten zudem mit einem guten Nachmessegeschäft. Für 51 Prozent wird die Bedeutung der Retro Classics zunehmend wichtiger und, wen wundert es nach solchen Aussagen, 78 Prozent haben fest vor, auch im kommenden Jahr auf der Messe auszustellen.
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