Reaktion und Aktion auf allen Ebenen gefragt
"Die Verschrottungsprämie kann durchaus zur Auflösung der seit Monaten anhaltenden Kaufzurückhaltung der Verbraucher beitragen, denn für Verbraucher hat sie psychologisch einen deutlich größeren Mehrwert als beispielsweise die vorüber gehende Kfz-Steuerbefreiung", so Thomas Kremer, geschäftsführender Gesellschafter von b-k-p Consulting. Insbesondere für den Autohandel böten sich damit einige neue Chancen, da die Prämie genau auf der wichtigen Schnittstelle zwischen Herstellern, Händlern, Politik und Verbrauchern funktioniere. "Für Händler kann sich die Abwrackprämie aber nur dann langfristig positiv auswirken, wenn sie gleichzeitig auch an anderen Stellen ihrer Betriebe schrauben. Besonders die Produktivitätsreserven der Händler sind bislang immer noch fast ungenutzt. Spätestens jetzt müssen Händler auf allen Ebenen agieren. Händler, die heute nicht agieren und nicht über weit überproportionale Eigenkapitalquoten verfügen, werden dieses Jahr untergehen. Viel mehr als die Kaufzurückhaltung werden sich die massiven Abwertungen der Gebrauchtwagenbestände und Leasingrückläufer negativ auf das Geschäft auswirken." Die Berater von b-k-p Consulting bewerten daher das Prämienkonzept positiv und gehen davon aus, dass dieses in Kombination mit konzertierten Aktivitäten von Autohändlern und Herstellern wirksamer und nachhaltiger als einseitige Rabattaktionen einzelner Hersteller und Händler. Nichts desto trotz werde die Branche laut Kremer dieses Jahr ein massives Sterben in der Händlerschaft verzeichnen. b-k-p Consulting schätzt die Quote der stark gefährdeten Händler auf 25 bis 30 Prozent der etablierten Markenhändler: "Wir reden hier von rund 100.000 akut gefährdeten Arbeitsplätzen im Markenhandel."
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